Entmündigung richtig beantragen – so gehen Sie vor Gericht vor

Pflegebedürftige Personen konnten früher unter eine Vormundschaft gestellt werden. Dem ging eine Entmündigung zuvor. Damit verloren die entsprechenden Personen, das Recht zu wählen, ein Testament zu verfassen, waren geschäftsunfähig und konnten keinen rechtsgeschäftigen Aktivitäten nachgehen.

Betreuung statt Entmündigung

Mit dem Gesetz zur Reform des Rechts der Vormundschaft und der Pflegschaft hat sich dies geändert. Heutzutage können Personen nur unter Betreuung gestellt werden und dies geschieht auch nur in bestimmten Bereichen. Diese Betreuung kann auch nicht mehr beantragt werden. Ein Nichtbetroffener kann sie lediglich beim Vormundschaftsgericht anregen.

Anregung für eine Betreuung

Bei einer solchen Anregung prüft das Gericht dann die Lebensumstände des Betroffenen, hört den Betroffenen an und ordnet gegebenenfalls eine Betreuung an. Dies setzt jedoch voraus, dass die Person pflegebedürftig ist und die persönlichen Angelegenheiten nicht mehr allein regeln kann. Außerdem wird geprüft, ob nicht andere Möglichkeiten zur Unterstützung existieren, beispielsweise durch die Familie oder soziale Dienste.
Wer der Anordnung einer Betreuung zuvorkommen möchte, kann auch mit einer Betreuungsverfügung eine Person bestimmen. Das Vormundschaftsgericht wird dies bei der Anordnung berücksichtigen.

Regelung der Betreuung

Nur weil eine Betreuung bestellt ist, heißt es jedoch heutzutage nicht, dass der Betreute entmündigt oder für geschäftsunfähig erklärt worden ist. Eine Betreuung ist auch nicht endgültig beschlossen, sondern muss spätestens nach fünf Jahren erneut durch das Gericht bestätigt werden.

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